So funktioniert ein Driftauto
- Harte Kunststoffreifen: Statt Gummi haben Driftautos glatte Reifen aus Kunststoff, damit sie rutschen statt haften. Tamiya liefert zum Beispiel seinen Allrad-Drift-Bausatz TT-02D mit speziellen Kunststoff-Driftreifen aus.
- Viel Lenkeinschlag: Zum Gegenlenken braucht ein Driftauto deutlich mehr Einschlag als ein normales Onroad-Auto – Traxxas nennt bei seinem Driftmodell über 60 Grad.
- Leistung dosiert: Driften lebt vom fein dosierten Gas, nicht von maximaler Geschwindigkeit.
Heckantrieb (RWD) oder Allrad (AWD)?
Die Einordnung beruht auf Erfahrungswerten aus der Drift-Szene. Viele Hersteller bieten beide Varianten; manche RWD-Bausätze, etwa von Yokomo, setzen einen Lenkkreisel als Pflichtzubehör voraus.
| Antrieb | Fahrverhalten | Für wen |
|---|---|---|
| Allrad (AWD), oft mit Countersteer-Übersetzung | gutmütig, driftet leichter, weniger vorbildgetreu | einfacher Einstieg |
| Heckantrieb (RWD) mit Gyro | vorbildgetreues Driften wie beim echten Auto, braucht Gefühl | heute verbreiteter Standard bei Driftern |
Der Gyro: elektronische Lenkhilfe
Ein Lenkkreisel (Gyro) misst, wie schnell sich das Auto um die Hochachse dreht, und lenkt automatisch gegen. Ohne Gyro oder eine vergleichbare Stabilisierung ist ein Heckantriebs-Drifter kaum zu kontrollieren (Erfahrungswert).
- Empfindlichkeit (Gain): bestimmt, wie stark der Gyro eingreift. Mehr Gain stabilisiert, zu viel lässt die Vorderräder zittern (Erfahrungswert).
- Betriebsarten: Viele Gyros haben einen Modus, der stark unterstützt, und einen, bei dem die Lenkeingabe des Fahrers Vorrang hat. Beim Yokomo DP-302 greift der Gyro im ASSIST-Modus stärker ein; im NOR-Modus hat deine Lenkeingabe Vorrang.
- Einbau: Der Gyro wird zwischen Empfänger und Lenkservo geschaltet; die genaue Belegung steht in seiner Anleitung.
- Traxxas baut die Funktion in den Empfänger ein: Beim Driftmodell gibt es Modi für Driften, Stabilität und Gyro, einstellbar von 0 bis 100 %.
Der richtige Untergrund
- Glatt und gleichmäßig: polierter Beton, Fliesen, glatter Asphalt, Teppich oder spezielle Kunststoffplatten (P-Tile), wie sie auf Driftbahnen verlegt werden.
- Reifen passend wählen: Traxxas liefert sein Driftmodell mit einer ab Werk montierten harten Mischung für raue Flächen wie Beton und Asphalt und einer beigelegten weicheren für polierte Böden aus.
- Indoor: Viele Drift-Clubs fahren in Hallen auf Teppich oder P-Tile.
Einstieg ins Driften
- Ein fahrfertiges Driftauto mit Gyro oder ein Allrad-Drifter wählen.
- Mit niedriger Leistung und viel Gyro-Unterstützung auf großer, glatter Fläche üben.
- Erst Kreise und Achten driften, dann Kurvenfolgen.
- Gyro-Empfindlichkeit schrittweise reduzieren, wenn du sicherer wirst.
- Karosserie: Driftautos tragen oft vorbildgetreue Karosserien von Sportwagen – Lackieren und Gestalten gehört für viele zum Hobby.
Auf öffentlichen Straßen darfst du nicht driften, auf Parkplätzen nur mit Erlaubnis des Eigentümers – mehr in Wo darf ich mein RC-Auto fahren?.