So ist ein RC-Segelboot aufgebaut
- Rumpf mit Kiel und Ballast: Der Kiel mit Bleigewicht unten verhindert, dass der Wind das Boot umwirft, und sorgt dafür, dass es kaum seitlich abtreibt.
- Ruder: steuert die Richtung, bewegt von einem Servo.
- Segel: Großsegel und Vorsegel (Fock). Eine Segelwinde – ein kräftiges Servo mit Trommel oder Arm – holt beide gemeinsam dicht oder lässt sie auf.
- Zwei Kanäle reichen bei den gängigen Klassen: einer fürs Ruder, einer für die Segelwinde. Gesteuert wird meist mit einem Knüppelsender; die Segelwinde liegt auf dem Knüppel, der nicht von selbst in die Mitte zurückfedert. Strom braucht nur die Elektronik, deshalb halten die Akkus lange.
Kurse zum Wind
Direkt gegen den Wind kann kein Segelboot fahren. Je nach Boot kommst du bis etwa 40 bis 45 Grad an den Wind heran; dazwischen liegt die „No-go-Zone“. Für jeden Kurs stellst du die Segel anders ein:
| Kurs | Wind kommt … | Segel |
|---|---|---|
| Am Wind | schräg von vorn | dicht geholt |
| Halbwind | von der Seite | halb offen – oft einer der schnellsten Kurse |
| Raumschots | schräg von hinten | weit offen |
| Vor dem Wind | von hinten | ganz offen |
Faustregel für die Segelwinde: Je mehr der Wind von vorn kommt, desto dichter die Segel. Lässt das Segel vorn am Mast flattern, holst du es etwas dichter.
Kreuzen, Wende und Halse
- Kreuzen: Um gegen den Wind ans Ziel zu kommen, fährst du im Zickzack, abwechselnd schräg links und schräg rechts am Wind.
- Wende: Richtungswechsel mit dem Bug durch den Wind. Mit etwas Fahrt angehen, Ruder zügig, aber nicht ganz voll legen – sonst bleibt das Boot im Wind stehen.
- Halse: Richtungswechsel mit dem Heck durch den Wind. Die Segel schlagen auf die andere Seite; bei starkem Wind vorher etwas dichter holen.
- Anfangen: bei leichtem, gleichmäßigem Wind auf einem freien Gewässer. Böen und Abdeckung durch Bäume am Ufer machen es anfangs schwer.
Bootsklassen
Wie im großen Segelsport gibt es Klassen mit festen Regeln, damit Boote fair gegeneinander segeln können. Die bekanntesten:
| Klasse | Rumpflänge | Charakter |
|---|---|---|
| DF65 (DragonForce 65) | ca. 65 cm | kleine, günstige Einheitsklasse; oft fahrfertig mit Sender – beliebter Einstieg |
| DF95 (DragonFlite 95) | ca. 95 cm | größere Einheitsklasse vom selben Hersteller, viele Regatten |
| RG65 | 65 cm | Entwicklungsklasse mit Spielraum für eigene Konstruktionen |
| IOM (International One Metre) | 1 m | internationale Regattaklasse, mindestens 4 kg, Einheitsriggs |
| Marblehead, Ten Rater, A-Klasse | 1,3 bis 1,9 m | große, anspruchsvolle Regattaboote |
Die internationalen Klassen betreut die International Radio Sailing Association (IRSA), die DF-Klassen eine eigene Klassenvereinigung. Im Deutschen Segler-Verband gibt es einen Ausschuss RC-Segeln; ausgetragen werden unter anderem Internationale Deutsche Meisterschaften in IOM und RG65.
Wo und mit wem segeln?
Auch für Segelboote regeln Länder, Kreise und Gemeinden, auf welchem Gewässer du fahren darfst. Manche Verbote gelten nur für Boote mit Motor; in Bayern etwa sind Modellboote mit Elektroantrieb in Naturschutz-, FFH- und Vogelschutzgebieten unzulässig. Örtliches Naturschutzrecht kann aber auch Segelboote ausschließen – siehe RC-Boot für Anfänger. Am meisten lernst du in einem Verein oder einer Regattagruppe: Dort segelst du gegen andere, und erfahrene Segler zeigen dir, wie du dein Boot schneller trimmst.