Standmodell oder Fahrmodell?
- Standmodell: wird für die Vitrine gebaut, oft sehr detailreich (etwa historische Segelschiffe aus Holz). Ob ein Bausatz für den Fahrbetrieb mit Fernsteuerung gedacht ist, steht in der Produktbeschreibung.
- Fahrmodell: hat einen dichten Rumpf, Platz für Motor, Wellenanlage, Ruder, Akku und Empfänger. Typische Einsteigermodelle sind Schlepper, Barkassen, Kutter und Feuerwehrboote.
Achte bei der Bausatzbeschreibung auf Hinweise wie „für RC-Betrieb“ oder „fahrfähig“ und auf die Schwierigkeitsangabe des Herstellers. Viele Hersteller verkaufen Beschlagsätze und Antriebe separat.
Bausatzarten
Ein gängiger Maßstab für Fahrmodelle ist 1:25 – die Modelle sind dann groß genug für die Technik und liegen als Faustregel stabil im Wasser. Standmodelle gibt es oft in kleineren Maßstäben wie 1:60. Wie Maßstäbe funktionieren, erklärt Maßstäbe im Modellbau; umrechnen kannst du im Maßstab-Rechner.
| Rumpf | Eigenschaften | Für Einsteiger |
|---|---|---|
| tiefgezogener Kunststoff (ABS) | fertige Rumpfform, schneller Baufortschritt | gut geeignet |
| Holz (Spanten und Planken) | klassischer Modellbau, mehr Arbeit am Rumpf | mit etwas Geduld geeignet, kleinere Modelle zuerst (Faustregel) |
| GFK-Rumpf | sehr stabil und dicht, oft größere, teurere Modelle mit viel Eigenausbau | eher für Fortgeschrittene (Faustregel) |
Der typische Bauablauf
- Rumpf und Deck: verkleben und von innen abdichten. Den Rumpf lackierst du am besten, bevor Motoren und Elektronik eingebaut werden.
- Wellenanlage: Stevenrohr ausrichten und von innen dicht einkleben; dabei darf kein Kleber ins Rohr oder nach außen laufen. Das Stevenrohr ist die Durchführung, durch die die Welle aus dem Rumpf zur Schiffsschraube läuft. Halte dich an die Reihenfolge deiner Bauanleitung.
- Motor ausrichten: Motor und Welle über eine Kupplung verbinden und fluchtend ausrichten. Von Hand drehen: Die Schraube muss sich leicht drehen lassen. Erst dann den Motorträger festkleben.
- Ruderanlage: Ruder mit Ruderkoker (oder je nach Modell schwenkbare Antriebe) und Servo einbauen, Anlenkung leichtgängig machen.
- Elektronik: Regler, Empfänger und Akku einbauen und verkabeln. Bei der Funktionsprobe die Motoren nur kurz laufen lassen – langes Trockenlaufen belastet die Kupplungen. Bei Zweischraubern müssen die Motoren gegenläufig drehen.
- Schwimmtest: Konstruktionswasserlinie anzeichnen, das Modell in Badewanne oder Becken setzen und mit Akkus und gegebenenfalls Ballast trimmen, bis es auf der Wasserlinie liegt und nicht zur Seite krängt. Dabei prüfen, ob am Stevenrohr Wasser eindringt.
- Beplankung, Aufbauten, Details: Holzteile vor dem Aufkleben mehrfach lackieren, damit sie kein Wasser aufnehmen; Aufbauteile getrennt lackieren und dann anbauen.
Greif nie in den Drehkreis laufender Schiffsschrauben – Verletzungsgefahr. Akku erst anschließen, wenn das Modell gesichert ist.
Erste Fahrt
- Ein ruhiges Gewässer mit flachem, gut zugänglichem Ufer wählen und vorher klären, ob Modellboote erlaubt sind – siehe RC-Boot für Anfänger.
- Langsam beginnen: Ruderwirkung, Rückwärtsfahrt und Wendekreis kennenlernen.
- Nach der Fahrt Akku herausnehmen, Rumpf öffnen und eingedrungenes Wasser entfernen.
- Welche Schiffsschraube zu deinem Modell passt, steht im Ratgeber Bootspropeller richtig wählen.
Wettbewerbe und Verein
Im Verband nauticus gibt es eigene Wettbewerbsklassen: C für vorbildgetreue Standmodelle von Schiffen und schiffstechnischen Anlagen, F2 für vorbild- und maßstabsgetreue Fahrmodelle nach technischen Unterlagen und F4 für Baukastenmodelle – die passende Klasse für Bausätze. In F2 sowie F4b und F4c gibt es eine Bauprüfung und einen Fahrkurs, in F4a nur einen Fahrkurs. In einem Verein findest du außerdem Hilfe beim Bau und ein Gewässer zum Fahren.