So funktioniert ein Impeller
Ein Impeller ist ein kleiner Rotor mit vielen Blättern, der in einem Rohr sitzt. Er saugt Luft an und stößt sie als schnellen Luftstrahl nach hinten aus. Weil der Rotor klein ist, dreht er sehr schnell und braucht viel Strom: Ein älterer 80-mm-Impeller von E-flite (Delta-V 32) dreht an einem 6S-Akku laut Hersteller rund 38.500 U/min und nimmt etwa 1.400 W bei 62 A auf.
Die Größe wird über den Rotordurchmesser angegeben. Typische Kombinationen nach Herstellerangaben:
| Impeller | Akku (Beispiele) | Typisch für |
|---|---|---|
| 30 mm | kleine 2S- bis 4S-Akkus | Mini-Jets mit Handstart, Stabilisierung |
| 64 mm | 4S | kleinere Jets, Sport-Jets |
| 70 mm | 3S oder 4S | Einsteiger- und Sport-Jets |
| 80 mm | 6S | größere Sport- und Scale-Jets |
| 90 mm und mehr | 8S und mehr | große Scale-Jets, viel Erfahrung nötig |
Die genaue Kombination aus Impeller, Motor, Regler und Akku gibt der Hersteller deines Modells vor. Weiche nur ab, wenn du den Strom mit einem Wattmeter nachmisst – siehe Antrieb auslegen.
Was anders ist als beim Propellerflugzeug
- Schneller: Jets brauchen Fahrt, um sauber zu fliegen. Sie sind meist schneller unterwegs und brauchen mehr Platz für Kurven und Landeanflug.
- Höhere Flächenbelastung: Viele Jets haben im Verhältnis zum Gewicht kleine Flügel und landen deshalb schneller als ein Trainer. Ausrechnen kannst du das im Schwerpunkt- und Flächenbelastungs-Rechner.
- Hoher Strom: Impeller saugen Akkus schnell leer, die Flugzeiten sind oft kurz. Akkus mit genügend C-Rate sind Pflicht – rechne nach im LiPo-Akku-Rechner.
- Start: Kleine Jets werden aus der Hand geworfen, größere starten mit Fahrwerk von einer Piste oder kurzem Rasen.
- Klang: Impeller klingen hell und durchdringend – nimm Rücksicht auf Anwohner und halte dich an die Flugordnung deines Vereins.
Jets für den Umstieg
Bevor du einen Jet fliegst, solltest du einen Trainer sicher starten, landen und in der Luft kontrollieren können. Einige Hersteller bieten Jets an, die den Umstieg erleichtern:
- Jets mit Stabilisierung: E-flite bietet etwa einen 70-mm-Jet (Habu STS) mit Kreiselstabilisierung, Einsteiger-, Fortgeschrittenen- und Expertenmodus und einem Bugradfahrwerk für Asphalt, Gras und Feldweg an. E-flite stuft ihn sogar als Einsteigermodell ein (Skill Level 1); wir raten trotzdem, zuerst einen Trainer zu beherrschen oder mit Lehrer zu starten.
- Mini-Jets mit 30-mm-Impeller: leicht, mit Stabilisierung (AS3X/SAFE Select) und für den Handstart gedacht – aber klein und schnell. E-flite stuft seine 30-mm-Jets durchweg als Modelle für fortgeschrittene Piloten ein (Skill Level 3).
- Vorsicht bei Scale-Jets: originalgetreue Nachbauten mit großem Impeller und Einziehfahrwerk sind schön, aber kein Einstieg.
Start und Landung
- Start mit Fahrwerk: gegen den Wind ausrichten, Gas zügig, aber gleichmäßig geben, das Modell Fahrt aufnehmen lassen und dann sanft am Höhenruder ziehen.
- Handstart: nur bei Modellen, für die der Hersteller ihn vorsieht – mit Vollgas kräftig und gerade nach vorn werfen, leicht nach oben, sofern die Anleitung nichts anderes sagt. Hände weg vom Ansaugschacht.
- Landung: langer, flacher Anflug mit etwas Gas. Kurz über dem Boden Gas ganz zurück und das Modell sanft abfangen und aufsetzen.
- Akkuwarnung: Lässt die Leistung plötzlich nach (Unterspannungsabschaltung des Reglers), sofort landen.
Sicherheit
- Nichts in den Ansaugschacht: Halte Hände, lose Kleidung, Werkzeug und Kabel von Ein- und Auslass fern. Betreibe einen Impeller nie in der Hand.
- Fremdkörper: Vor dem Start den Schacht auf Steinchen, Gras und Schmutz prüfen – sie zerstören den Rotor.
- Strom messen: Der Hersteller E-flite empfiehlt ein Leistungsmessgerät, um Strom und Leistung des Antriebs zu prüfen.
- Akku nach dem Flug: abstecken, abkühlen lassen und bei längerer Pause auf Lagerspannung bringen – siehe LiPo-Akku laden und lagern.
Turbinen-Jets
Große Jets mit echter Gasturbine sind die Königsklasse des Modellflugs – mit Kraftstoff, hohen Temperaturen und hohen Geschwindigkeiten. Sie werden meist auf Modellfluggeländen von Vereinen geflogen. Welche Regeln gelten, hängt davon ab, ob du im Verband fliegst und wie schwer dein Modell ist: Im Verband brauchst du für Modelle über 2 kg den Kenntnisnachweis deines Verbands und für sehr schwere Modelle zusätzlich eine Aufstiegserlaubnis; für Verbrennungsmotoren gilt dort ein Mindestabstand von 1,5 km zu Wohngebieten, sofern du keine Erlaubnis hast oder auf einem zugelassenen Gelände fliegst. Kläre die Einzelheiten mit deinem Verband – mehr im Ratgeber Modellflugzeug fliegen: Regeln in Deutschland. Wer sich dafür interessiert, fragt am besten in einem Verein mit Jet-Piloten nach.