Was dir die 250-g-Grenze bringt – und was nicht
| Regel | Drohne unter 250 g (C0) | Drohne ab 250 g |
|---|---|---|
| Drohnenführerschein | nicht vorgeschrieben | Kompetenznachweis A1/A3 |
| Unterkategorie | A1 | A1 (nur C1), sonst A2/A3 |
| Registrierung beim LBA | nur mit Kamera, außer Spielzeug | immer |
| Haftpflichtversicherung | Pflicht | Pflicht |
| Mindestalter | 16 Jahre (außer Spielzeug oder unter direkter Aufsicht) | 16 Jahre (außer unter direkter Aufsicht) |
| Über Wohngrundstücke ohne Zustimmung | nur bis 0,25 kg ohne Bild-, Ton- und Funkaufzeichnung oder -übertragung | nein |
| Geozonen, 120 m, Sichtkontakt | gelten | gelten |
Fast jede Kameradrohne unter 250 g ist registrierungspflichtig. Plane die einmalige Gebühr von 20 € (als Privatperson) beim LBA und eine Haftpflichtversicherung mit ein.
C0-Klasse prüfen
Achte auf das Klassenkennzeichen C0. Es muss gut lesbar auf der Drohne und auf der Verpackung stehen. Eine C0-Drohne wiegt laut EU-Verordnung einschließlich Nutzlast weniger als 250 g, fliegt höchstens 19 m/s schnell und erreicht höchstens 120 m Höhe über dem Startpunkt. Dazu muss ein Informationsblatt der EU-Flugsicherheitsbehörde EASA beiliegen.
Das Kennzeichen darfst du nicht selbst anbringen. Drohnen ohne Klasse, die vor dem 1. Januar 2024 auf den Markt kamen, dürfen unter 250 g ebenfalls in A1 fliegen. Kaufe neue Modelle möglichst mit C0-Label.
Vorsicht mit Zubehör und großen Akkus
Entscheidend ist die höchstzulässige Startmasse (MTOM), die der Hersteller angibt, nicht das Gewicht im Prospekt. Vor jedem Flug musst du sicherstellen, dass zusätzliche Nutzlast weder die MTOM des Herstellers noch das Klassenlimit überschreitet. Bringst du Zubehör an, das der Hersteller nicht zulässt, gilt die Drohne nicht mehr als C0. Je nach Gewicht greifen dann die Regeln für schwerere Drohnen.
Einige Drohnen werden mit größeren Zusatzakkus angeboten. Prüfe in der Anleitung, ob der Hersteller den größeren Akku für die C0-Konfiguration zulässt. Eine Waage hilft nur in eine Richtung: Wiegt die Drohne damit 250 g oder mehr, ist sie keine C0 mehr. Ein Wert unter 250 g ersetzt die Herstellerangabe nicht.
Kauf im Handel statt direkt aus Übersee
- Seriöser Händler, am besten in der EU. Die EASA rät davon ab, Drohnen direkt online von außerhalb Europas zu bestellen.
- CE-Kennzeichen und eine EU-Konformitätserklärung, die sich auf die Verordnung (EU) 2019/945 bezieht und die Seriennummer der Drohne nennt.
- Anleitung auf Deutsch mit Angaben zu Klasse, Masse, MTOM und zulässigem Zubehör.
Technik: Worauf es im Alltag ankommt
- Kamera: Für gute Fotos und Videos zählen Sensorgröße und ein mechanischer Gimbal (Bildstabilisierung) mehr als die Auflösung auf der Verpackung.
- GPS und Rückkehrfunktion: Hält die Drohne ruhig in der Luft und bringt sie bei Verbindungsverlust zurück. Für Einsteiger fast unverzichtbar.
- Hinderniserkennung: Sensoren nach vorn, hinten oder unten verhindern viele Unfälle, gerade beim Filmen.
- Wind: Leichte Drohnen sind windanfälliger. Achte auf die Herstellerangabe zur Windstabilität und flieg bei Böen lieber nicht.
- Flugzeit und Akkus: Herstellerangaben sind Bestwerte bei Windstille. Ein Set mit zwei oder drei Akkus und Ladestation lohnt sich fast immer.
- Reichweite: Große Reichweiten nützen wenig – du musst die Drohne ohnehin immer mit eigenen Augen sehen.
- Ersatzteile: Propeller, Akkus und Propellerschutz sollten einzeln nachkaufbar sein.
Checkliste vor dem ersten Flug
- Klasse und MTOM in der Anleitung prüfen, Konformitätserklärung aufheben.
- Haftpflichtversicherung abschließen oder bestehende Police auf Drohnen prüfen.
- Als Betreiber beim LBA registrieren (bei Kamera, außer Spielzeug) und die e-ID ohne die letzten drei Zeichen (PIN) sichtbar auf die Drohne kleben.
- Versicherungsnachweis bei jedem Flug mitführen.
- Kostenlosen Onlinekurs des LBA durcharbeiten – Pflicht ist er unter 250 g nicht, aber er erklärt die Regeln.
- Flugort auf Geozonen prüfen, siehe dipul-Karte richtig lesen.
- Mit dem Drohnen-Regel-Check prüfen, welche Regeln für dein Modell gelten.